Deutscher Rap steht am Abgrund.
Die mutierten Auswüchse dieser ehemals subkulturellen Kunstform ziehen schleimige Schlieren am steilen Hang der imbezilen Hoffnung.
Die totalitäre Sichtweise der ökonomischen Geltungslobby trägt ihr übriges dazu bei, um die Synapsen Millionen verblendeter Spaß-Rezipienten der euro-osmanischen Hemisphäre mit diesem Industrieabfall zu verschmutzen. Das Phänomen der "Kanak-Sprak" (erstmals erarbeitet von F. Zaimoğlu) ist diesbezüglich ein immer wiederkehrendes Werkzeug lyrischer Unvollkommenheit. Eine weitere interessante Entwicklung der deutschen Rapmissgeburt zeichnet sich seit längerer Zeit ab: dem lyrischen Kastrat bedarf es nicht einmal mehr der bloßen Glorifizierung der individuellen Stigmatisierung gesellschaftlicher Unterdrückung, nein, dieser Tage wiegt sich dieses Konstrukt bereits mit der Verwertbarkeit eigener Idiotie und mitleidigem Selbstverschulden in fetaler Zufriedenheit.
Montag, 22. März 2010
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